Falknerei

Falknerei1Streng nach dem Begriff genommen ist Falknerei das Jagen mit einem als Beizvogel abgetragenen Greifvogel. Prinzipiell kann man jeden Greifvogel, unabhängig von seinem Beutespektrum für den Freiflug und die Beizjagd abtragen. Es ist dies eine Jahrtausende alte Kunst, welche in Asien ihren Ursprung nahm.

Falknerei bedeutet aber natürlich weit mehr als zu jagen, es zählt auch der Greifvogelschutz, die Greifvogelzucht und selbstverständlich die stete Weiterbildung dazu.

In den Ruinen von Chorsabad (China) wurden 3600 Jahre alte Reliefs gefunden, die bereits damals Falkner darstellten. In Indien, Persien, der Mongolei und auch bei den Turkvölkern Mittelasiens war die Falknerei nachweislich beliebt und ist es bis zum heutigen Tag. Zur höchsten Blüte gelangte die Falknerei unter Friedrich dem II von Hohenstaufen. Als begnadeter Naturwissenschaftler und begeisterter Anhänger der Falknerei hinterließ er der Nachwelt sein Werk: „De arte Vennadi cum avibus“ - Über die Kunst mit Vögeln zu jagen.
Es war dies ein Werk, welches seiner Zeit weit voraus war und als eines der bedeutendsten zoologischen Werke des Mittelalters gilt und sogar noch für die heutige Falknerei von Bedeutung ist, da viele seiner Erkenntnisse nach wie vor Gültigkeit haben.

Auch in Österreich wurden die größten und prunkvollsten Falkenhöfe immer an den königlichen und kaiserlichen Höfen geführt. Unter Joseph I. und Karl VI. Verschlang die Falknerei in Laxenburg mehr finanzielle Mittel als die gesamte restliche höfische Jagd. Falknerei ist heute ein integrativer Bestandteil der Jagd mit all seinen Facetten.

Der Österreichische Falknerbund (ÖFB) vertritt seit seiner Gründung 1950 die Falknerei im gesamten Bundesgebiet und auch international als Mitglied im CIC und Gründungsmitglied der IAF, wo er einen ständigen Sitz als Vertreter Österreich innehat.

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Falknerei ist in Österreich seit dem 5. Dezember 2012 vom zwischenstaatlichen Komitee des UNESCO Übereinkommens zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes einstimmig auf die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit gesetzt worden.
Dies bedeutet für uns Falkner hauptsächlich auch die Verpflichtung die Kunst Falknerei zu erhalten und an die nächste Generation weiterzugeben. Dazu zählt auch ein Falknereiarchiv, welches als integraler Bestandteil des UNESCO Papiers verpflichtend einzurichten war und in den Räumen des Schlosses Waldreichs durch den ÖFB eingerichtet wurde. Das Falknereiarchiv des ÖFB war zu seiner Eröffnung das erste in ganz Europa.

Falknerei2Die Begeisterung die von einem frei fliegenden Greifvogel ausgeht, der von seinem Falkner jedes Mal aufs Neue in die Freiheit zum Fliegen und Jagen entlassen wird und trotzdem wieder freiwillig zu ihm zurückkehrt, ist ungebrochen.

Die Bande zwischen Falkner und Greifvogel sind ein mit viel Mühe und Zeit erarbeitetes Gespinst aus Vertrauen, Geduld, Verständnis und noch mehr Zeit.

Ein Falkner muss eine Jagd- und abhängig vom jeweiligen Bundesland auch eine Falknerprüfung bestanden haben. Sein Beizvogel muss gem. den bestehenden Gesetzen in einer Voliere untergebracht sein. Er muss seinem Vogel regelmäßigen Freiflug gewähren und diesen in bestmöglichen Zustand halten. Nur ein optimal abgetragener und trainierter Greifvogel ist auch in der Lage regelmäßigen Beizerfolg zu haben.
Jäger die sich trotz der vielen Schwierigkeiten und Aufwendungen der Falknerei verschrieben haben, richten meist den größten Teil Ihrer Freizeit nach dem Greifvogel aus. Ein solch sensibles Tier kann nicht einfach in die Ecke gestellt werden. Falknerei ist nur dann von Erfolg gekrönt, wenn es auch wirklich gelebt wird.

Der ÖFB veröffentlicht jährliches ein Magazin "Der Falkner", hat eine Informationsbroschüre für Interessierte und veranstaltet laufend Weiterbildungskurse für Falkner.

Informieren Sie sich online über Falknerei unter https://falknerbund.com